Die Kitas haben für 5 Wochen zu.

Coronavirus: Meine Rechte als berufstätige Mutter

Die Schulen und Kindereinrichtungen in ganz Deutschland bleiben bis Ende der Osterferien geschlossen. Die Maßnahme soll eine weitere Ausbreitung des Coronavirus verlangsamen. Allerdings sorgt diese politische Entscheidung für viele Sorgefalten bei vielen Müttern. Sie müssen in den nächsten Wochen weiterhin arbeiten. Wie soll das jedoch funktionieren, wenn alle Kinder zu Hause sind? Welche Möglichkeiten gibt es und welche Rechte stehen den Arbeitnehmern, vor allem aber den Müttern überhaupt zu?

Die Kita´s und Schulen in Rheinland-Pfalz machen wegen der Gefahr der weiteren Ausbreitung des Coronavirus für fünf Wochen zu. Dies trifft Familien mit Kindern besonders hart. Mindestens 66 Prozent der Eltern der rheinland-pfälzischen Kinder unter 18 Jahren gehen einer Erwerbstätigkeit nach. Das bedeutet für alle Eltern, dass Kinder anderweitig betreut werden müssen. Viele berufstätige Mütter haben ihre Kinderbetreuung bisher mit Hilfe der Großeltern organisiert. Im Falle des Coronavirus sollte man jedoch Kinder nicht den Großeltern übergeben, weil gerade ältere Menschen zur Risikogruppe gehören. Darf ich nun in so einem Fall als Mama zu Hause bleiben?

So einfach ist es nicht. Geben die Kindertagesstätten und Schulen den Kindern frei wegen des Coronavirus, so ist das arbeitsrechtlich kein Grund, für Eltern nicht zur Arbeit zu gehen. „Eltern müssen also zunächst alle zumutbaren Anstrengungen unternehmen, die Kinderbetreuung anderweitig sicherzustellen“, so steht es auf der Seite des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Hilfe sollte ebenfalls bei Freunden, Verwandten und Bekannten eingeholt werden.

Auch der Arbeitgeber muss darüber in Kenntnis gesetzt werden, dass Sie zur Zeit nach einer Möglichkeit der Kinderbetreuung suchen. Möglicherweise wird man in einigen Fällen, im Gespräch mit dem Arbeitgeber eine Lösung finden. Die Arbeitgeber sind auch daran interessiert, dass Sie weiterhin zur Arbeit kommen.

Folgende Möglichkeiten sollten Sie mit Ihrem Arbeitgeber besprechen:

  1. Kann ich meine Überstunden abbauen?
  2. Könnte ich Urlaub nehmen?
  3. Darf ich mit meinen Stunden ins Minus fallen und wenn die Kindereinrichtungen wieder aufmachen vorübergehend mehr Stunden arbeiten?
  4. Wäre vielleicht eine Weiterbildung oder Fortbildung, die eh gemacht werden muss, bei einem Online-Anbieter sinnvoll und machbar?
  5. Kann ich ab jetzt im Home Office arbeiten?

Was regelt § 616 BGB?

Sollte keine Betreuung organisiert werden können, könnte die Arbeitnehmerin oder der Arbeitnehmer nur unter engen Voraussetzungen von Gründen persönlicher Verhinderung einen Fortzahlungsanspruch auf Arbeitsentgelt gem. § 616 BGB erlangen. Zu beachten ist allerdings, dass dieser Anspruch durch arbeits- oder tarifvertragliche Vereinbarungen eingeschränkt oder sogar vollständig ausgeschlossen sein kann. In einem solchen Fall dürfte das Elternteil trotzdem ohne Anspruch auf Fortzahlung des Arbeitsentgeltes zu Hause bleiben. Dies darf jedoch nicht zur Dauerlösung werden. Zu berücksichtigen ist, dass bei Krankheit des Kindes die Krankenkasse durch Krankengeldzahlung einspringt. 

Wichtig ist, dass für eine Einzelfallbeurteilung Rat bei einem versierten Arbeitsrechtler einzuholen ist. 

Nach unseren Recherchen finden Mütter folgende Lösungen für die Kinderbetreuung:

1. Man bekommt einen Platz in einer Notbetreuungsgruppe, weil man in wesentlichen Berufen des Gesundheitswesens, der öffentlichen Sicherheit und Ordnung sowie der Grundversorgung der Bevölkerung arbeitet.

2. Man hat größere Kinder, die auf ihre kleinen Geschwister aufpassen.

3. Man organisiert sich auf der Arbeit folgendermaßen: Ältere Kinder von Kollegen passen auf kleinere Kinder auf. So bleiben auch die Viren an einem Ort.

4. Man arbeitet im Home Office und erstellt für sich selbst und die Kinder einen Tagesplan, an den sich alle orientieren müssen.